Athina repräsentiert den Kraichgau in Kapstadt

Artikel von Birgit Blawert:

Neckarbischofsheimer Gymnasiastin reist zur Softball-WM nach Südafrika – Geburtstagsfeier im Kreis des U19-Teams

Neckarbischofsheim. Athina wird ihren nächsten Geburtstag, den fünfzehnten, nicht vergessen. Denn sie feiert ihn am 8. Dezember in Kapstadt. Mit ihrem Team, der deutschen U19-Softball-Nationalmannschaft. Der Kader nimmt teil an der „ISF Junior Women’s World Championship”. Vom 7. bis 17. Dezember wird diese Juniorinnen-Weltmeisterschaft der Internationalen Softball-Vereinigung am Südafrika-Kap ausgetragen. Und Athina Zuber aus Neckarbischofsheim, eines der – laut Verband – „größten Talente im Deutschen Softballsport“, ist dabei.
In die Auswahl der 16 besten Softball-Spielerinnen, die Deutschland nun bei diesem internationalen Wettbewerb vertreten dürfen, brachten die junge Sportlerin Talent, Ehrgeiz, Disziplin – und viel, viel Training. Dreimal in der Woche bringt sie ihre Mutter zu den „Mannheim Tornados“, wo hauptsächlich ihre Stärke im „Pitchen“, im Werfen des Softballs, auf Weltklasseniveau gebracht wird. In dem ältesten Baseballclub Deutschlands ist Athina Mitglied, seit sie denken kann: „Ich habe das Gefühl, ich bin schon mein ganzes Leben in diesem Team.“ Kein Wunder: Schon Mama Tanja spielte erfolgreich bei den „Tornados“, wovon etliche Pokale zeugen. Ihre Tochter kann sich natürlich nicht bewusst erinnern, aber sie weiß: „Ich habe schon im Bauch meiner Mutter Softball gespielt“.
So war sie Athina in die Wiege gelegt, die Begeisterung für das typisch amerikanische Baseball (Überbegriff für Soft- und Hardball), bei dem Konzentration, Reaktionsvermögen, Schnelligkeit, Kraft, sowie Qualitäten als Werfer und Fänger gefordert sind. Und man darf kein „Weichei“ sein: „Wenn Baseball nicht so hart wäre, könnte es ja jeder. Die Härte ist es, die es großartig macht“, bemerkt Tom Hanks als Coach Jimmy Dugan in dem legendären Hollywood-Streifen „A League Of Their Own“ („Eine Klasse für sich“).
Hart im Nehmen muss auch Athina sein. Nicht nur, wenn sogenannte Slidings – Rutschen aus vollem Lauf – von ihr erwartet werden, sondern auch bei der Bewältigung ihres Alltags. Und den bestimmt das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium, wo sie die neunte Klasse besucht. Hausaufgaben zu machen, sich auf Arbeiten vorzubereiten – all das muss eingebunden werden in die Trainingszyklen. Da kommt es nicht selten vor, dass Vokabeln während der 45-minütigen Fahrt nach Mannheim geübt werden, oder auch schon mal die Querflöte auf dem Beifahrersitz ausgepackt wird, um für die nächste Stunde Musik Passagen einer Komposition einzustudieren.
Für die anstehende zweiwöchige Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Softball-Juniorinnen hat die Schule sie gerne freigestellt, weil sie schließlich auch das ASG repräsentiere. Dennoch geht’s, während Athinas Abwesenheit, mit dem Schulstoff weiter. Aufholen will sie das Versäumte nachträglich mittels Nachhilfe, die sie sich durch Oberstufenschüler bereits gesichert hat.
Schule ist für Athina das eine, sie will sie packen, das Abitur meistern. Aber ihr Lebensinhalt ist Softball. Und ihre Lebensperspektive. „Ich sehe meine Zukunft in diesem Sport“, sagt sie mit für einen 14-jährigen Teenager ungewöhnlichen Nachdruck. Es sind noch Jahre bis hin, aber sie hat schon konkrete Pläne: Nach dem Abi will sie sich in Italien bei der Softball-Profiliga bewerben (in Deutschland gibt es das nicht) und hofft darauf, dort spielen und auch studieren zu können.
Mädchenträume einer Pubertierenden? Wer die gertenschlanke, selbstbewusste Ausnahmesportlerin kennt, der dürfte sich sicher sein: Athina Zuber wird ihren Weg gehen.

Copyright: bb press Birgit Blawert

Bildquelle: www.softball-deutschland.de

Presseinformation des DBV e.V.: Auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung – Softball Juniorinnen vor großer Premiere in Südafrika