Retired Numbers

Jeder Baseballfan kennt sie aus Amerikas Stadien: die Nummern, die aufgrund von ganz besonderen Verdiensten für den Club nicht mehr vergeben werden. Dieser Tradition folgen auch die Tornados.

Diese Ehre wurde erstmals 1998 Spielertrainer Stephan Jäger zuteil, als seine Trikotnummer 20 bei den Tornados für Retired erklärt wird. Ihm folgten 2001 Powerhitter Bernard Pickett #22 und Starpitcher Frank Jäger mit der #30.

Gemeinsam mit der #35 von Publikumsliebling Eddy Polanco, wurden im Jahr 2006 erstmals Banner mit den jeweiligen Nummern am Outfieldzaun des Roberto-Clemente-Feldes aufgehängt. 2010 folgte Pitcheridol Klaus Knüttel #44 und 2011 der langjährige Teamcaptain Jens Heymer mit der #21.

Die nicht minder erfolgreichen Softballer der Tornados starteten diese Tradition erst im Jahr 2012, kurioserweise ebenfalls mit der Trikotnummer 20 von Urgestein Martina Zipf und Starpitcherin Sandra Knüttel mit der #25.

Im Jubiläumsjahr 2015 wurden Catcherlegende Ralf Schinko #9 sowie aus der goldenen Softballgeneration Allround-Talent Alexandra Weithofer (ehem. Miseles) #23 und Schlagass Christine Bruckner #24 in den erlesenen Kreis aufgenommen.

Übergabe der Retirement-Urkunden durch den damaligen Präsidenten Oliver Henke (rechts) an Frank Jäger, Bernard Pickett und Stephan Jäger (vlnr)
Übergabe der Retirement-Urkunden durch den damaligen Präsidenten Oliver Henke (rechts) an Frank Jäger, Bernard Pickett und Stephan Jäger (vlnr)

#20 - Stephan Jäger - retired 1998

Stephan Jäger, einer der bedeutendsten Spieler der Bundesligahistorie, hat Baseball in die Wiege gelegt bekommen und entwickelte so schon früh einen siebten Sinn für das Spiel.
Er war ein Instinktspieler, der immer wusste, welches Play am besten, welcher Schlag der Passende und welches Base als Runner notfalls noch mit einem Headfirst Slide zu erreichen war.

Schon mit 15 Jahren pitchte er das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft 1983 in Bonn gegen die Köln Dodgers. In den Folgejahren entwickelte er sich schnell zum Führungsspieler und war bald Motor und Herz der Tornados.

1988 wählten ihn seine Kameraden mit nur 19 Jahren zum Nachfolger von Erfolgstrainer und Slugger Joe Pekerosky. Als Spielertrainer führte Stephan die Tornados noch zu sechs weiteren Meisterschaften, bevor die Leitfigur der Tornados 1997 als Meister seinen Abschied feierte und das Kommando an Bernard Pickett übergab.

In 210 Spielen national und international stand er für die Tornados hauptsächlich als Middle Infielder auf dem Platz. Mit seiner Lifetime Batting Average von .433 liegt er auf Platz 1 der Tornados-Bundesligarangliste — seine legendären 138 Stolen Bases sind bis heute unerreicht.

.433 AVG / 250 H / 273 R / 34 HR / 201 RBI / 138 SB / 3230 MVP-Rating

1988 gelang ihm das seltene Kunststück, die Triple Crown zu gewinnen, was bedeutet, dass er die komplette Liga in den Kategorien Homeruns (11), Runs Batted In (40), sowie Batting-Average (540) anführte.

Neben all seinen nationalen Erfolgen konnte er auch international glänzen. In 43 Länderspielen trug Stephan das Deutschlandtrikot, er absolvierte 8 Europameisterschaften, war 7 Jahre Kapitän der Nationalmannschaft und wurde 1995 als 2nd Baseman in die Europaauswahl berufen.

1998 wurde Stephan Jäger aufgrund seiner Verdienste für den deutschen Baseball in die Hall of Fame des DBVs aufgenommen, sowie seine Nummer 20 als erstes Trikot bei den Tornados für retired erklärt. Seit 2009 gehört Stephan dem Ehrenrat der Tornados an.

Folgende Titel und Auszeichnungen betonen diese außergewöhnliche Karriere und machen einmal mehr deutlich, wie sehr Stephan die Tornados seiner Zeit prägte.

Karriere-Highlights

  • 11x Deutscher Meister
  • Triple-Crown-Winner Bundesliga 1988
  • Batting Champion Bundesliga 1990
  • Best Pitcher der Tornados 1987
  • MVP der Tornados ’87, ’88, ’92
  • Best Batter der Tornados ’86, ’88, ’92
  • DBV Coach of the Year 1994
  • ALL STAR Coach der Bundesliga ’94, ’95
  • Best Pitcher Jugend-Europameisterschaft 1983
  • 43 A-Länderspiele bei 8 Europameisterschaften (’84, ’86, ’87, ’89, ’90, ’92, ’93, ’95)
  • 5 Europapokalteilnahmen mit den Tornados ’85, ’87, ’88, ’89, ’94
  • Europaauswahl 1995
  • DBV Hall of Fame 1998

He knew how to get the best out of his players and team in any situation and how to use his players talents. He knew the opposing team, he studied them all year long for that one game. If Stephan called me today and said he was coaching and wanted me to play for him again, I wouldn’t hesitate getting back on the playing field and getting dirty.

– Bernard Pickett

Er hat jeden Spieler individuell behandelt, sich Zeit genommen und zu seinen Spielern eine persönliche Beziehung aufgebaut. Er hatte einen siebten Sinn für Spielsituationen, das Leistungsvermögen seiner Spieler und eine Art vorausschauendes Wissen, was der Gegner als nächstes tut.

– Jens Heymer

Stephan had way above average speed and arm (before he was hurt), using professional measuring scales, the two most important traits scouts look for. In addition, he was the toughest competitor I saw in Europe. He had quick hands at the plate and he could do anything with the bat, except hit for power, and would have gone a long way in the US when healthy. He was the ideal lead-off man and middle infielder any coach would love to have and value. He was the heart of the team, the league and the country, he was a leader in building pride, tradition and structure (statistics) in German baseball and he was irreplaceable in building the present day standard in German baseball.

– Court Hall (National Team Coach 1989)

# 22 - Bernard Pickett - retired 2001

Retirement 2001 von Bernard Pickett (Photo 2006)

1993 kam Bernard zusammen mit George Sanders und Rick Koch vom Ramstein Airforce Team zu den Mannheim Tornados. Während die anderen beiden jedoch nach einer Saison wieder weiterzogen, wurde „Yogi“ ein Tornado mit Leib und Seele.

Bernard Pickett war der wohl schlagstärkste und imposanteste Spieler, den die Tornados jemals in ihren Reihen hatten. Kaum ein anderer Spieler konnte der Mannschaft so seinen Stempel aufdrücken wie er. Bernard war ein absoluter Profi, sein Kampfgeist war in unzähligen dramatischen Momenten der Schlüssel zum Erfolg. Er riss mit seinem Temperament und seiner Dynamik oftmals das ganze Team mit und drehte fast hoffnungslose Spielstände damit noch um.

Unvergessen auch das Finale 1997: Schier aussichtslos lagen die Tornados im zweiten Finalspiel gegen die Lokstedt Steelers vor eigenem Publikum mit 1:6 zurück, mit 10:9 hatten die Hausherren am Ende ein drittes Spiel erzwungen. „Yogi“ Pickett war als Letzter über die Homeplate getreten, wild gestikulierend peitschte er das Publikum nach vorne, er riss alle mit, es schien, als ob er sich selbst zu neuen Höchstleistungen katapultieren wollte.

In 217 Spielen für den deutschen Rekordmeister schlug Bernard 53 Homeruns, 228 RBI’s und brachte es selbst auf 230 Runs. Aber auch auf Base war der gelernte Outfielder brandgefährlich, seine 94 Stolen Bases sind die sechstmeisten in der Geschichte der Tornados.

.415 AVG / 230 H / 255 R / 53 HR / 228 RBI / 94 SB / 3306 MVP-Rating

Bernard brachte eine Ausnahmeathletik mit ins Spiel, welche ihm seine Lifetime-Batting Average von .415 (den 4. Platz in der Tornados-Ewigenliste) einbrachte, sowie Platz 2 in der Slugging Percentage mit .814 und Platz 1 mit 3306 Punkten im MVP-Rating, also dem wertvollsten Spieler.

Karriere-Highlights

  • 2x American Legion Champion
  • 3x Deutscher Meister ’93, ’94, ’97
  • Deutscher Pokalsieger ’94, ’95
  • ALL-STAR Player ’94, ’95, ’99
  • Europapokalteilnahmen mit den Tornados ’94, ’98
  • HR Champion Bundesliga 1994
  • MVP der Tornados 1998
  • Best Batter der Tornados ’93, ’95

Unvergessen für mich: seine 13 Pinchhit-Einwechslungen 1997, die er mit 12 spektakulären Basehits (2 davon Homeruns) krönte und die Tornados auf die Siegerstrasse führte. Solch eine unglaubliche Serie war nur möglich, weil Bernard mit dem Kopf und vor allem dem Herzen bis zum Schluss an den Erfolg seiner Mannschaft glaubte. So eine Einstellung habe ich bis heute bei keinem anderen Spieler mehr angetroffen!

– Stephan Jäger

Bernard repräsentierte alles was einen Tornado ausmachen sollte: Power, Speed und den bedingungslosen Willen, alles für sein Team und den Sieg zu geben!

– Dominik Höpfner

Yogi zählt ohne Zweifel zu den besten Hintern der Bundesligageschichte. Insbesondere „in the clutch“ war kein Spieler gefährlicher als er. Gegner wussten ihn oft nur durch „intentional walks“ zu entschärfen, wodurch sie in Kauf nehmen mussten, dass er ihnen umgehend das 2. Base stahl. Yogi war außerdem immer bereit seine Hitting-Philosophie zu teilen und Wissen weiterzugeben. Ich kann mich an unzählige Batting Cage Sessions erinnern, die bis spät in die Nacht andauerten. Great times!

– Jens Heymer

Kein Spieler verkörperte das Wesen eines Tornados besser als Bernard. Seinem unvergleichlichen Siegeswillen und Kampfgeist – seiner Zerstörungskraft – hatten die Gegner oft nur wenig entgegenzusetzen.

– Norbert Jäger

#30 - Frank Jäger - retired 2001

Retirement 2001 von Frank Jäger

Frank Jäger spielte von 1982 bis 2000 als Infielder und Pitcher in der Bundesliga der Tornados und gewann in dieser Zeit elf deutsche Meisterschaften.

Aufgrund seines besonderen Talents kam Frank 1982 im Alter von 16 Jahren in die 1. Mannschaft der Tornados und feierte 1982 den ersten Deutschen Meistertitel mit den Tornados (damals noch in Turnierform). Somit spielte der Bruder von Stephan und Peter insgesamt 19 Jahre für die Bundesliga und war bei allen 11 Titeln der Tornados maßgeblich beteiligt. 1995 holte er mit Trier sogar einen weiteren Meistertitel, sodass er mit 12 Meistertiteln der Rekordhalter bundesweit ist!

Frank war ein ausgezeichneter Infielder, der anfangs sehr viel am 2nd Base spielte, später auch als Shortstop und vor allem als 3rd Baseman sehr erfolgreich war.
In 355 Bundesligaspielen (418 mit internationalen Spielen) stand er für den Rekordmeister auf dem Feld, damit belegt er hinter Klaus Knüttel und Jens Heymer Platz 3 in der Eigenliste der Tornados. Auch in den Kategorien Hits, Doubles, Triples, Runs Batted In und Runs belegt er Platz 3. Mit seinen 125 Stolen Bases belegt er sogar Platz 2.

.321 AVG / 396 H / 430 R / 39 HR / 342 RBI / 296 BB / 125 SB / 2730 MVP-Rating

Vor allem als Pitcher gehörte Frank deutschlandweit zu den Besten seiner Zeit. Sowohl bei Wins, Inning Pitched als auch mit seinen 436 Strikeouts liegt er auf Platz 3 bei den Tornados. Auch sein 3.56 Lifetime ERA unterstreicht seine Klasse deutlich. Diesen Erfolg verdankte Frank vor allem seiner Ruhe auf dem Mound und der punktgenauen Kontrolle all seiner Pitches.

3.56 ERA / 58-23 Record / 436 K / 433 IP

Auch im Dress der Nationalmannschaft war Frank eine feste Größe, was seine 45 Länderspiele sowie acht Europameisterschaften deutlich werden lassen.

Seine nationalen wie internationalen Erfolge und Auszeichnungen, im Dress der Tornados und auch der Nationalmannschaft suchen seither seinesgleichen:

  • 45 A-Länderspiele bei 8 Europameisterschaften ’84, ’86, ’87, ’89, ’90, ’92, ’93, ’95
  • 12x Deutscher Meister
  • MVP Europapokal 1998 in Berlin
  • ALL-STAR Player ’95, ’96
  • 7 Europapokalteilnahmen mit den Tornados ’83, ’85, ‚87,88, ’89, ’94, ’98
  • Best Pitcher Bundesliga-Süd 1994
  • MVP der Tornados ’84, ’90
  • Best Batter der Tornados 1990
  • Best Pitcher der Tornados ’88, ’90, ’94, ’99

Ich kenne keinen zweiten Pitcher der Tornados, der über solch eine Kontrolle verfügte. Seine besondere Gabe war es ohne Anlaufzeit, vom Infield auf den Hügel zu wechseln und die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Ich kann mich an unzählige Male erinnern, wie er uns mit seiner Ruhe und Nervenstärke aus den schwierigsten Spielsituationen befreite. Als Trainer brachte es mich fast um den Verstand, wenn er bei Bases Loaded und Full Count, ohne mit der Wimper zu zucken, mit den riskantesten Kurven, die Schläger nach Hause schickte.

— Stephan Jäger

This was a man that played third just as good as anyone in the league but mostly it was his pitching that set him apart from the rest. He wasn’t overpowering by any means – what he had was pinpoint accuracy. He would set a batter up on the inside of the plate with two strikes and then nail his slider for strike three on the outside of the plate. I can’t remember him throwing too many pitches down the middle. The best way I can describe him is to compare him to Greg Maddux of the Braves.

— Bernard Pickett

Frank had the perfect build to be a successful professional middle infielder at any level. He had range, footwork, the arm and the coordination to do more than any infielder I saw in Europe and he had more than enough potential as a hitter as well. Had Frank played in better competition from the age of 12-18 he would have, in my mind, spent many years in US professional baseball. His dedication, attitude, loyalty, approach and team dedication will always be appreciated and admired by this writer.

— Court Hall (National Team Coach 1989)

#35 - Eddy Polanco - retired 2006

Eddy war ein echter Straßenbaseballer und 1994 mit seinen 17 Jahren ein roher Baseballdiamant, der absolut jede Position spielen konnte. Für die Tornados spielte das Multitalent von 1994 bis 2003, 8 Saisons und 2 Europapokale der Landesmeister auf den Positionen Shortstop und Pitcher.

Eddy begeisterte die Mannheimer Zuschauer mit seiner karibischen Leichtigkeit und guten Laune, seine unglaublichen Plays in der Defensive hatte man so in Mannheim noch nie zuvor gesehen. Es war kein Wunder, dass Eddy in kürzester Zeit zum Publikumsliebling wurde.

In insgesamt 206 nationalen und internationalen Spielen im Dress der Tornados gelangen dem kleinen Dominikaner 264 Hits, 261 Runs Batted In und 60 Homeruns.

Während seiner Zeit als Tornado (1999 spielte er in Mainz) erreichte er eine Batting Average von .399 (Platz 9 in der Tornados Ewigenliste), einen .459 On Base Percentage (Platz 7), sowie eine sagenhafte .790 Slugging Percentage (Platz 3).

Highlights gab es während seiner Zeit bei den Tornados fast schon am Fließband. Eines seiner größten Momente ereignete sich 1997 im Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen die Lokstedt Stealers. Beim Stande von 6:9 zu Gunsten der Stealers als Eddy den Ball mit einem spektakulären 3-Run–Homerun aus dem Stadion katapultierte und Mannheim zurück ins Spiel brachte. Mit diesem Homerun startete Eddy die wohl bedeutendste Aufholjagd in der Geschichte der Tornados. Das Spiel wurde mit 10:9 gewonnen und Eddy bescherte den Tornados den bis heute letzten Titel.

.399 AVG / 264 H / 211 R / 60 HR / 261 RBI / 71 SB / 3163 MVP-Rating

Doch nicht nur als Hitter konnte Eddy sein Talent zeigen. Vor allem sein Pitching sorgte bei den Zuschauern für große Begeisterung und bei den Gegnern für Verzweiflung. Eddy war einer der dominantesten Pitcher der 90er. Zwar wurde er aufgrund der damaligen Ausländerregelung auf maximal drei Innings pro Spiel begrenzt, doch wenn er auf dem Mound stand, war für den Gegner meist nicht viel zu holen. Dank seines außergewöhnlichen Fastballs von bis zu 94 mph und einer gnadenlosen Kurve brachte er es auf 281 Strikeouts in gerademal 178 Innings pitched. In Verbindung mit einem 3.34 ERA zeigt sich deutlich, wie stark Eddy auch auf dem Mound war.

3.34 ERA / 16 Saves / 281 K / 178 IP

Karriere-Highlights

  • Deutscher Meister ’94, ’97
  • ALL-STAR Player ’95, ’96, ’98, ’99
  • MVP der Finalserie 1994
  • Europapokalteilnahmen ’94, ’98
  • MVP der Tornados ’95, ’96
  • Best Batter der Tornados ’98, ’01, ’03
  • Best Pitcher der Tornados 1997

Eddy was a natural talent of the game. I just enjoyed watching him play. His remarkable arm, quickness, power at the plate and his showmanship made him very special – he was just amazing. In my book he is one of the top three pitchers ever in Germany.

– Bernard Pickett

Dank seines unglaublich hohen Batspeed konnte Eddy gegen jeden Pitcher, in allen Stadien dieser Welt, die Bälle weit aus dem Stadion befördern und das trotz seiner vergleichsweise kleinen Statur. Mir ist es noch heute ein Rätsel, wie er so viel Power entwickeln konnte.

– Stephan Jäger

#44 - Klaus Knüttel - retired 2010

Retirement 2010 von Klaus Knüttel

Kein anderer hält mehr Rekorde als Tornados Urgestein Klaus Knüttel. In insgesamt 547 Spielen, verteilt auf drei Jahrzehnte, sammelte Klaus 9 Deutsche Meisterschaften.

557 Hits gelangen ihm, davon 105 Doubles, 20 Triples. Außerdem erzielte er 533 Runs Batted In, scorte selbst 512 Runs und konnte als einziger Tornado mit 106 Homeruns bisher die Schallmauer von 100 durchbrechen.

Die o. g. Kategorien werden in der Tornados-Ewigenliste alle von der Nummer 44 angeführt. Was Statistiken jedoch nicht ausdrücken, ist mit wieviel Herz Klaus spielte. Die Mannschaft und deren Erfolg stand stets an erster Stelle. 110% zu geben waren für den gebürtigen Mannheimer eine Selbstverständlichkeit und suchen bis heute seinesgleichen.

.348 AVG / 557 H / 512 R / 106 HR / 533 RBI / 78 SB / 2900 MVP-Rating

Nicht minder erfolgreich war Klaus als Pitcher. Auch hier hält die #44 fast alle Rekorde, sowohl intern bei den Tornados als auch deutschlandweit. Kaum vorstellbar, dass seine 1210 Innings Pitched oder 1214 Strikeouts jemals wieder erreicht werden. Auch an seinen 128 Wins werden sich noch so einige Pitcher die Zähne ausbeißen. In insgesamt 278 Spielen stand Klaus im Dress der Tornados auf dem Mound, dabei gelangen ihm 64 Complete Games und 7 Shoutouts.

4.26 ERA / 128-43 Record / 1214 K / 1210 IP

Jahrelang war Klaus ein fester Bestandteil der Deutschen Nationalmannschaft, wo er in 31 Länderspielen sein Können unter Beweis stellte. Er nahm an 6 Europameisterschaften teil und wurde 1992 sogar zum MVP der B-Europameisterschaft gewählt.

Klaus ist bis heute ein Vorbild an Einsatz und Leistungsvermögen. Auch nach dem Rücktritt zahlreicher alter Weggefährten gehörte er zu denjenigen, die die junge Generation in eine neue erfolgreiche Ära führte. Seit 2009 gehört Klaus dem Ehrenrat der Tornados an.

Karriere-Highlights

  • 9x Deutscher Meister
  • MVP der B-Europameisterschaft 1992
  • ALL-STAR Player ’94, ’95, ’96, ’99, ’00, ’02
  • 31 A-Länderspiele bei 6 Europameisterschaften ’87, ’89, ’90, ’92, ’93, ’95
  • 6 Europapokalteilnahmen mit den Tornados ’85, ’87, ’88, ’89, ’94, ’98
  • Best Pitcher Bundesliga 1994
  • MVP der Tornados ’91, ’93
  • Best Batter der Tornados ’91, ’96
  • Best Pitcher der Tornados ’89, ’92, ’95, ’96, ’98, ’01, ’02

Klaus und mich verbindet eine tiefe Freundschaft und ein gemeinsames Baseball-Leben — in der Jugend waren wir eine unzertrennliche Battery (damals Klaus noch als Catcher). Unser blindes Verständnis auf dem Feld war für mich immer wie Magie. Klaus war für die Mannschaft immer ein Vorbild, ob als Powerhitter, Pitcher oder mit seiner Persönlichkeit.

– Stephan Jäger

This guy is the definition of a team player. He could hit, catch and most of all he could pitch. Me and Klaus spent hours after practice just hitting in the cage. We were hitting until our batting gloves tore, until our hands were bleeding. He was a true workhorse, a warrior and a great friend.

– Bernard Pickett

One of the best all around German players. What made him special is his baseball intellect. He knew how to pitch, catch and could spray the ball to all fields with power. For a German player at that time, he not only looked like a baseball player but acted and played with poise. This confidence really helped him in clutch situations, Klaus delivered.

– Tony Florez (Coach Lokstedt Stealers 1993-1999)

Klaus was a good hitter, with some power, and fielded well as an infielder. He had a good chance to star as a position player at the European Championship in Paris, however, he was our only player who could develop quickly into a good starting pitcher and therefore with lots of hard work, coach-ability and aptitude, he sacrificed opportunities to play positions and became a solid and effective upper-level European pitcher. Without Klaus, Germany could never have competed with the better European National teams. His faith, his work ethic, his loyalty and his character I will admire the rest of my life.

– Court Hall (National Team Coach 1989)

#21 - Jens Heymer - retired 2011

2010 beendete der letzte Spieler der Mannheim Tornados, der beim Titelgewinn 1997 noch aktiv als Spieler dabei war, seine Baseballkarriere.

Vierzehn Jahre spielte Jens Heymer „The Hammer“ erfolgreich für den Rekordmeister und entwickelte sich vom ehrgeizigen Juniorenspieler, der 1997 von den Ladenburg Romans in die Quadratestadt wechselte, zu einem absoluten Führungsspieler. Dabei ragte er nicht nur auf sportlicher Seite heraus, sondern war für viele junge Spieler auch ein Vorbild für absoluten Siegeswillen, Trainingsfleiß und Engagement. Als vielseitiger Spieler war er auf fast jeder Position in der Verteidigung einsetzbar und zählte auf der ersten Base zu den Besten seiner Zunft. Als langjähriger Team Captain der Mannheimer verstand er es, neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren und als Bindeglied zwischen Team und Trainer zu fungieren.

In 453 Spielen für die Tornados belegt er in der Ewigenliste mit einer .366 Batting Average Platz 15, mit 532 Hits und 384 RBI’s jeweils Platz 2 und mit 126 Doubles sogar Platz 1.

.366 AVG / 532 H / 398 R / 37 HR / 384 RBI / 48 SB / 2832 MVP-Rating

Neben vielen Einsätzen bei Bundesliga Allstar Spielen, konnte Jens seine Klasse auch in der Nationalmannschaft zeigen. Vor allem bei der EM 2004 im eigenen Land wusste er zu überzeugen, was ihm zu recht den MVP-Titel des Turniers verschaffte. Die Teilnahme an der Baseball Weltmeisterschaft 2007 in Taiwan krönte und beendete zugleich seine erfolgreiche Zeit in der Nationalmannschaft.

Am 31. Juli 2011 wurde Jens im Rahmen der Bundesligabegegnung gegen die Heidenheim Heideköpfe offiziell verabschiedet und seine Rückennummer 21 retired.

Karriere-Highlights

  • Deutscher Meister 1997
  • MVP der B-Europameisterschaft 2004
  • ALL-STAR Player ’96, ’97, ’98, ’99, ’00, ’02
  • 32 A-Länderspiele bei 4 Europameisterschaften ’99, ’01, ’04, ’07
  • Europapokalteilnahmen mit den Tornados 1998
  • Best Batter Bundesliga-Süd 2000
  • MVP der Tornados ’00, ’02, ’03, ’06
  • Deutscher Juniorenmeister 1996
  • Deutscher Vize-Meister ‚08, ’09
  • Best Batter der Tornados ’99, ’00, ’02, ’06

Jens überraschte 1997 nach seinem Wechsel zu uns mit seinen 18 Jahren alle. Er fügte sich mit seiner Leistung defensiv wie offensiv nahtlos in unsere Meistermannschaft ein wie kein anderer deutscher Spieler zuvor und nahm sofort seinen Stammplatz am Firstbase ein — unvergessen für mich, wie er mit dem Game Winning Hit zum 10:9 das dritte Finalspiel gegen die Stealers erzwang.

– Stephan Jäger

Jens‘ desire to win helped drive his teams towards success. He practiced hard and led the Tornados in many ways throughout the years. Glad to call him my friend.

– Billy Hess

Jens Heymer was a great player and brought much intensity and competition to the German National Team. He was a primary player that turned the team around in 2004 and help lead to a Gold Medal in European Championship B Pool. After that tournament, the team moved back into the A Pool and has finished Top 5 since. Jens helped future teams with the winning expectations that are now set and in place for today’s team success. Jens was a always consider one of our leaders.

– Greg Frady (Coach of the german National Team)

#20 - Martina Zipf - retired 2012

Retirement 1998 von Stephan Jäger (rechts Vorstand Martina Zipf)

Martina Zipf ist das Fundament, auf dem der Softball in Mannheim gebaut ist. Als Softballerin der ersten Stunde machte sie die volle Entwicklung von neuem Team zu nationaler Spitze und in den internationalen Wettbewerb mit. Sie war sicherlich eine, wenn nicht die treibende Kraft dieser Entwicklung. Sicherlich war der Aufstieg des Teams dem Wechsel vieler talentierter Spieler nach Mannheim zu verdanken. Aber um die Tornados zu einer attraktiven Anlaufstelle für diese Spieler zu machen, bedurfte es eines starken, bereits existierenden Kerns. Im Zentrum dieses Kerns befand sich Martina Zipf.

Als ehemalige Leichtathletin und Baseballerin brachte sie die besten Voraussetzungen mit und setzte diese in allen Bereichen des Spiels um. Am Schlag war sie diszipliniert und schlug mit Power und hohem Batting Average. Auf Base war sie gewieft und durch ihre Geschwindigkeit gefährlich. In der Verteidigung war sie vielseitig einsetzbar. Auf deutschen Meisterschaften war sie zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Karriere auf Catcher, Shortstop, 1B und im Outfield überall zu finden.

Ihren größten und anhaltendsten Beitrag zum Erfolg brachte Martina möglicherweise allerdings nicht als Spielerin sondern als Trainerin, Organisatorin und allgemeine Leitfigur. Martina stand für Professionalität und sorgte für einheitliches Auftreten des Teams, führte über Jahre die Gesamtstatistik des Teams, war für die Tornados als Schiedsrichter und Scorer unterwegs, hielt selbst Scorerlehrgänge ab und trainierte Auswahlteams. Ihrem Team vermittelte sie durch ihren sportlichen Ehrgeiz und ihr Engagement auf und rund um das Feld, dass man den Softball in Mannheim ernst nahm und den Anspruch hatte zu den Besten zu gehören. Ihre unermüdliche Arbeit für die Tornados wurde zu ihrer aktiven Zeit mit sechs deutschen Meistertiteln belohnt, aber ihr Vermächtnis geht darüber hinaus – sie hat eine Softball-Tradition etabliert, die auch lange nach ihrem Rücktritt nach der Saison 2004 noch Bestand hat.

Lifetime–Statistiken
329 G / .450 AVG / 453 H / 596 R / 399 RBI / 380 SB

Karriere-Highlights

    • 6 Deutsche Meisterschaften (’97 – ’00, ’03)
    • 5 Europameisterschaften (’86, ’88, ’90, ’92, ’95)
    • Gewinn B-Europapokal der Pokalsieger 2003
    • 5 Europapokal B-Pool
    • 3 Europapokal der Pokalsieger B-Pool

Many players earn acclaim through statistics and athleticism. Martina Zipf was more than a great hitter and a reliable rock on defense. More than anyone else, she embodied the competitive nature of the Mannheim Tornados. It was her drive and desire to always improve that sparked her team to compete at the highest level. You always knew who the leader was when she stepped onto the field.

– Kelly Miseles (Coach 1998-2003)

#25 - Sandra Knüttel (geb. Frische) - retired 2012

Sandra war die erste einer langen Reihe von Spielerinnen der letzten 25 Jahre, die von einem anderen Verein zu den Tornados wechselte und dann in Mannheim in einer langen Karriere ihr Potential verwirklichten. Nach ihrem Wechsel von den Ladenburg Romans war „Sandy“ von 1989 bis 2004 eine feste Größe im Mannheimer Circle. Im Laufe der Zeit verschwand die Tolle und das rote Kopftuch, ihre Auftritte in der Batter’s Box wurden seltener, vertraute Mitspieler gingen und neue kamen dazu. Was konstant blieb war ihre Kontrolle über den Ball und die Strike Zone und die Ruhe, die sie dadurch auf ihre Verteidigung übertrug.

Sandra war nie eine auffällige Spielerin in der Verteidigung, aber was man leicht vergisst, ist die Tatsache, dass sie lange Zeit in der Mitte der Mannheimer Batting Order schlug und 195 Hits (inklusive 48 für Extra Bases) für einen Batting Average von .360 auf ihr Konto brachte, bevor sie sich mit Einführung der Bundesliga auf ihre eigentliche Stärke konzentrierte.

Sandras Dominanz im Circle lässt sich in Zahlen nur schwer ausdrücken. Pitching-Statistiken sind nur für das letzte Drittel ihrer Zeit bei den Tornados umfassend verfügbar. Aber selbst hier ist ihre Stärke noch deutlich erkennbar – ein Walk pro neun Innings! Geschenkt gab es da nichts. Ansonsten kann man ihre Bedeutung für das Team an ihren Ehrungen bei Finalrunden recht gut ablesen. Bei den deutschen Meisterschaften 1993, 96, 97 und 98 gewann sie entweder den Best Pitcher oder den Most Valuable Player Award.

Nachdem sich Andrea Seiler im ersten Spiel der DM 1994 so ernsthaft verletzt hatte, dass sie für den Rest des Turniers ausfiel, warf Sandra das ganze Wochenende im Alleingang und man zwang den 10-maligen Meister aus Bielefeld im Finale in die Verlängerung, bevor ihr und dem Team der Dampf ausging. Im folgenden Jahr hatten die Tornados dann den längeren Atem, als sie gegen die Köln Cardinals im 9. Inning ihre erste Meisterschaft holten. Für Sandra war es der erste von fünf aufeinanderfolgenden Wins als Pitcher im Finale – eine bis heute nicht mehr wiederholte Leistung. Welche Bedeutung Sandra Knüttel nicht nur für die Tornados sondern für den Softball in Deutschland beigemessen wird, erkennt man ihrer Aufnahme in die Hall of Fame des DBV im Jahr 2008.

Bundesliga–Statistiken (regular season)
80 GP / 368.1 IP / 61 W – 5 L – 3 S / 1.48 ERA / 254 K / 42 BB / 0.97 WHIP / .224 OAVG

Bereits während ihrer aktiven Karriere begann Sandra, ihr Wissen an den Nachwuchs weiter zu geben. Mit der Gründung des Mannheimer Nachwuchs übernahm sie die Aufgabe des Pitching Coach, die sie später auch für die Juniorinnen-Nationalmannschaft und dann auch die Damennationalmannschaft ausübte. Nach Beendigung ihrer aktiven Karriere 2004 wurde sie 2006 zum Head Coach der Bundesligamannschaft in Mannheim und führte das Team mit Unterstützung von Oliver Samstag, Michael Eberlein und Kaleo Eldredge zu vier deutschen Meisterschaften, bevor sie sich nach der ungeschlagenen Saison 2011 aus familiären Gründen aus dem Alltagsgeschäft des Softballs in Mannheim zurückzog.

Karriere-Highlights

      • 6 Deutsche Meisterschaften (’96 – ’00, ’03), dabei 5x Winning Pitcher des Finales
      • 6 Europameisterschaften (’92 – ’03)
      • Aufstieg mit der Nationalmannschaft in den A-Pool 1999 in Antwerpen
      • Gewinn B-Europapokal der Pokalsieger 2003
      • 2X MVP Deutsche Meisterschaft (’93, ’98)
      • 2x Best Pitcher Deutsche Meisterschaft (’96, ’97)
      • Ehrenpreis für sportliche Leistungen der Stadt Berlin (DM 1994)

Als ich die Ehre hatte, zwischen 2001 und 2003 die deutsche Nationalmannschaft zu trainieren und auch länger mit den Mannheim Tornados mitzumachen, hatte ich die Gelegenheit mit sehr besonderen Menschen und Spielerinnen zu arbeiten, die sowohl im Feld aber als auch außerhalb des Feldes ihr Profil und ihre Persönlichkeit aufweisen konnten.
Sandra Frische war während dieser Jahre unsere Top-Pitcherin, nicht nur weil sie schon die meiste Erfahrung gesammelt hatte, sondern weil sie bei allem, was sie machte, Sicherheit und Zielstrebigkeit ausstrahlte. Sandy spielte in jedem Spiel die Hauptrolle, indem sie Hirn, Herz und Leidenschaft in jeden Pitch steckte und damit zum Teamleader wurde. Sie hat sich immer als weiser und vernünftiger Mensch erwiesen, aber mit echter Liebe für das Leben, die Freunde und den Sport.
Ich werde mir die Mischung von Humor, Leichtigkeit und Verantwortungsgefühl und vollem Einsatz, die ich bei ihr fand, immer noch nur wünschen und oft vermissen.

– Liliana Rossetti (Coach Deutsche Nationalmannschaft 2001 – 2003)

Wenn mich jemand nach einer Pitcherin fragt, die selbst in den größten Druckmomente nach außen hin kühl, abgeklärt und sehr souverän wirkte, gehört Sandra Knüttel zu den ersten zwei Namen, die mir einfallen. Mit ihrem zu jedem Zeitpunkt souveränen Auftreten, gestärkt durch ihr rotes Halstuch, welches gegen Ende ihrer Kariere eher rosafarben wirkte und sowohl Ihr Markenzeichen als auch Talisman war, brachte sie so manche gegnerische Offensive an den Rand der Verzweiflung. Sandy und Ihr „leibeigener“ Catcher Chrissi Bruckner waren, so denke ich, jahrelang der Erfolgsgarant sowohl für die Mannheim Tornados als auch für die Deutsche Damen Nationalmannschaft.
Da ich selbst nie in den Genuss kam, Sie zu coachen, kann ich nur meine Einschätzung als außenstehender Coach zum Ausdruck bringen, dass man Ihr die Worte Ehrgeiz, Disziplin, Teamgeist und Fairness nicht erklären musste. Für sie war dies eine Selbstverständlichkeit und sie hat dies sehr erfolgreich vorgelebt.
Ich bin froh, dass eine ehemalige Pitcherin von ihrem Format, ihrer Loyalität und Einstellung Teil meines Coaching Staffs bei der Damen-Nationalmannschaft ist, und Sie somit als Pitching Coach den jungen Spielerinnen nicht nur technisch zur Seite steht.

– Udo Dehmel (Head Coach Deutsche Damen & Juniorinnen-Nationalmannschaft)

#9 - Ralf Schinko - retired 2015

Wolfgang Loos, Präsident der Mannheim Tornados von 1990 bis 1996, brachte es in seinem Nachruf auf den Punkt: „Ralf Schinko hat sich in seiner typischen Art und Weise verabschiedet. Niemand hat es mitbekommen.“

Im Alter von nur 41 Jahren verstarb der langjährige Catcher der Tornados in seinen eigenen vier Wänden. In der bewegenden Trauerfeier auf dem Mannheimer Hauptfriedhof, bei der viele Freunde und Mannschaftskameraden ihm die letzte Ehre erwiesen, brachte es Fassungslosigkeit und Trauer noch einmal deutlich zum Ausdruck: Ralf Schinko war nicht nur ein großartiger Sportler, der entscheidenden Anteil hatte an den vielen Meisterschaften der Mannheim Tornados, sondern war vor allem ein Mensch, der von nahezu jedem geschätzt und respektiert wurde.

Kein Typ der lauten Töne, eine charismatische Erscheinung, der sich über vieles Gedanken machte und selten drauflosplapperte. Er hatte Verständnis für seine Mitmenschen, er zeigte unverbrüchliche Treue zu seinen besten Freunden und seinem Club. Wurde ihm der Rummel zuviel, dann verschwand er still und unauffällig. So auch diesmal und für immer.

„Ralle“ wie er im Freundeskreis gerufen wurde, spielte von Kindesbeinen an für die Mannheim Tornados, war jahrelang Catcher der deutschen Nationalmannschaft und nahm an zahlreichen Europameisterschaften teil. Der Ausnahme Catcher saß von 1982 bis 1996 hinter der Platte und leitete mit seinen Zeichen das Spiel der Tornados bei insgesamt 260 Spielen. Er ging 970 mal zum Schlag mit einer Batting Average von .354 (Platz 19 der Ewigenliste), mit 270 Hits davon 52 Doubles belegt er jeweils Platz 6 und mit 310 Runs sogar Platz 5.

Ralle war nicht nur defensiv eine Bank, sondern auch offensiv brandgefährlich für jeden Gegner, vorallem sobald er mit seiner außergewöhnlichen Schnelligkeit auf Base kam, konnte man ihn kaum bremsen – mit seinen 103 Stolen Bases belegt er deshalb auch Platz 3 der Rangliste.

.354 AVG / 270 H / 310 R / 27 HR / 225 RBI / 103 SB / 2943 MVP-Rating

Auch international absolvierte Ralle 18 Länderspiele auf 6 Europameisterschaften und für die Tornados trat er bei 6 Europapokalen an und wurde 1988 in Antwerpen als wertvollster Spieler des Europapokals ausgezeichnet.

Karriere-Highlights

      • 10x Deutscher Meister
      • MVP des Europapokals 1988 in Antwerpen
      • Deutscher Pokalsieger ’94, ’95
      • 18 A-Länderspiele bei 6 Europameisterschaften ‚84, ’86, ’87, ’89, ’90, ’92
      • 6 Europapokalteilnahmen mit den Tornados ’83, ’85, ’87, ’88, ’89, ’94
      • MVP der Tornados ’86, ’89
      • Best Batter der Tornados 1989

Ralf was the best all around player, considering his important catching position, in Germany and was both an easy and enjoyable player to coach. Any coach, in any country, would have loved to have him to build a team around. I can only imagine how good he would have been if I had only met him when he was younger and before he hurt his knee and taken him to the US to play among the upper players in America. He could hit, throw, move behind the plate, think and compete with the best professional players I have coached. He was honest, tough, faithful, tireless and loyal, gifted with the skills and attitude to really excel.

– Court Hall (National Team Coach 1989)

#23 - Alexandra Weithofer (ehem. Miseles) - retired 2015

Alex war ein Paradebeispiel dafür, was eine gute Athletin unter den richtigen Umständen im richtigen Umfeld erreichen konnte. Die ehemalige Leichtathletin kam 1993 über den späteren Sportdirektor Oliver Samstag zum Softball, wechselte 1995 von den Mutterstadt Vikings nach Mannheim, gewann mit den Tornados 1996 ihre erste deutsche Meisterschaft und spielte mit der Nationalmannschaft 1997 ihre erste von vier Europameisterschaften.

Ein solch rapider Aufstieg ist nur mit der richtigen Kombination von Talent und harter Arbeit möglich. Harte Arbeit ermöglichte der natürlichen Rechtshänderin die Umstellung auf die linke Seite am Schlag, was sie gepaart mit ihrer beträchtlichen Geschwindigkeit zu einer der gefürchtetsten Angriffsspielerinnen im Land machte. Ebenso nutzten ihre Trainer ihre Geschwindigkeit in der Verteidigung in Verbindung mit ihrem starken Arm auf Shortstop und im Center Field.

Dass Alex einen Bunt oder einen Slap platzieren konnte und danach auch zu schnell für Verteidigungen war, die diese Taktik erwarteten, setzte man in Mannheim bald voraus. Ihren 289 gestohlenen Bases standen in 13 Jahren Bundesliga letztlich nur 11 mißglückte Versuche gegenüber. Aber dass Alex auch mit Power schlagen konnte, zeigte sie im Jahr, als sie 3 Home Runs aufs Konto brachte. Und auch bei Inside-the-Park Home Runs muss der Ball zumindest an den Zaun.

Aber auch wenn die Verteidigung und Pitcher so gut wurden, dass deutsche Spitzenklasse nur bedingt etwas bedeutete, konnte Alex sich behaupten. In einem ansonsten miserablen Spiel gegen Caserta beim Europapokal 2010 in Haarlem schlug Alex den einzigen Hit der Tornados gegen Anjelica Selden, die für die UCLA Bruins in ihrer Karriere 1441 Schlagfrauen per K auf die Bank zurück geschickt hatte und somit heute an Rang 13 der ewigen Bestenliste der NCAA Division 1 steht.

Eines ihrer Karrierehighlights lieferte sie in einer wesentlich wichtigeren Situation ab – allerdings nicht im Trikot der Tornados. Bei der EM 1999 in Antwerpen ging es für Deutschland gegen Großbritannien um den Aufstieg und Alex trug mit Bunts und Stolen Bases zu dem 5:0 im Finale bei. 8 Jahre später zeigte sie keine Anzeichen einen Gang zurück schalten zu wollen und gewann bei der DM in Ratingen nicht nur ihre achte deutsche Meisterschaft, sondern auch den Best Batter Award.

Bundesliga–Statistiken (regular season)
281 G / .420 AVG / 447 H / 513 R / 210 RBI / 289 SB

Mindestens ebenso bedeutend wie ihre Erfolge als Spieler, sind ihre Leistungen als Trainer, ohne die es die Tornados-Bundesligamannschaft heute möglicherweise schon gar nicht mehr gäbe. Im Winter 1999 begann Alex den Softball-Nachwuchs in Mannheim auszubilden. Spieler des aktuellen Bundesligakaders wie Miriam Kemmer, Mona Hörner, Friderike Meinck, Sabrina Hemmerich, Amira El-Ayoubi, Christin Poon und Athina Zuber gingen durch Alex‘ Schule.

Mit Mimi Kemmer hat sie ihre Nachfolgerin auf Shortstop und im Centerfield herangezogen und mit Christin Poon und Athina Zuber stehen schon die nächsten von links schlagenden und von rechts werfenden Spielerinnen in der Mitte der Mannheimer Verteidigung bereit. Nachdem der Mannheimer Nachwuchs bei der ersten Juniorinnen DM 2006 in Mannheim den Titel nur knapp mit 2:1 im Finale verpasste, konnten Alex‘ Zöglinge 2013 den Sack zu machen und die Meisterschaft nach Mannheim holen.

Karriere-Highlights

      • 10 Deutsche Meisterschaften (’96 – ’00, ’03, ’06, ’07, ’09, ’11)
      • 4 Europameisterschaften (’97, ’99, ’01, ’03)
      • Aufstieg mit der Nationalmannschaft in den A-Pool ’99 in Antwerpen
      • A-Europapokal ’07, ’08, ’10, ’11, ’12
      • Gewinn B-Europapokal der Pokalsieger ’03, ’06
      • Best Batter DM 2007

Alex zeigte als Spieler vorbildlichen Einsatz und Ehrgeiz. Trotz einiger Meinungsverschiedenheiten und auch emotionaler Diskussionen verhielt sie sich ihren Trainern gegenüber loyal und bewies Kritikfähigkeit. Alex war einer der Spieler, die mir den Spaß am Coaching gebracht hat.

– Patrick Dörflinger (Coach 2000-2005)

Ich werde nie vergessen, wie ich Alex ihre ersten Flyballs zuschlug und sie in einem Moment der Frustration meinte, sie würde das nie lernen. Vier Jahre später spielte sie Outfield in der Nationalmannschaft. Alex hat immer der Wille vorangetrieben besser zu sein bzw. zu werden und sich nicht von äußeren Umständen, den Meinungen anderer und ihren persönlichen Voraussetzungen definieren zu lassen, auch wenn sie sich damit nicht immer Freunde und es ihren Weg nicht immer leichter gemacht hat.

– Oliver Samstag (Coach 2006 – 2017)

#24 - Christine Bruckner - retired 2015

Retirement 2015 von Christine Bruckner und Alexandra Weithofer (ehemals Miseles)

Die „große Chrissi“ war eine Spielerin, die den Tornados schon auf der höchsten nationalen Ebene gegenüber gestanden hat, bevor sie 1997 nach Mannheim wechselte. Von 1992 bis 1995 nahm sie mit ihrem vorherigen Verein den Speyer Turtles bei den Deutschen Meisterschaften teil und spielte dort unter anderem auch gegen die Tornados. Vielleicht war es der Anblick des ersten Mannheimer Titels 1996, den sie in Freising von der Tribüne mitverfolgte, der den Entschluss zum Wechsel brachte. In ihren 15 Mannheimer Jahren von 1997 bis 2011 gewann Chrissi neun deutsche Meisterschaften, zwei Europapokal der Pokalsieger-Turniere im B-Pool und nahm an vier A-Europapokalen teil.

Als Spieler leistete Chrissi sowohl offensiv wie auch defensiv als Catcher und 1B Beachtliches. 125 Extra Base Hits in der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache und veranlassten gegnerische Outfielder regelmäßig, sich Richtung Zaun zu orientieren, wenn Chrissi an die Platte trat. Ähnlichen Respekt verschaffte sie sich mit ihrem Arm hinter der Platte, was sich an der geringen Anzahl an Versuchen gegen Chrissi ein Base zu stehlen ablesen lässt. Gegen Chrissi trauten sich nur die Schnellsten.

Unauffällig, aber nicht weniger effektiv war die Art und Weise, in der sie ihre Pitcher führte. Allerdings war nicht zu übersehen, wenn Chrissi unzufrieden war – sei es mit ihrer Mannschaft, den Schiedsrichtern oder sich selbst. Das Kinn ließ keinen Zweifel an ihrem Gemütszustand, und gelegentlich auch mal ein mit Schwung an seinen Platz beförderter Helm oder Handschuh.

In ihrer langjährigen Karriere als Spielerin für die Tornados und die deutsche Nationalmannschaft hat Chrissi unzählige Erfolgsmomente erlebt und feiern dürfen. Repräsentativ dafür soll hier nur ihre Rolle im vielleicht größten Erfolg des deutschen Softballs auf internationaler Bühne erwähnt werden. Im 8. Inning der Begegnung Deutschland – Italien bei der EM 2009 in Valencia vollendete sie ein Double Play an der Home Plate auf einen Wurf von Mimi Kemmer aus dem Center Field und bereitete so die Bühne für den ersten und einzigen Sieg Deutschlands gegen eine der europäischen Großmächte bei einer Europameisterschaft.

Entsprechend ihrer primären Positionen Catcher und 1B blieb es Chrissi oft vorbehalten, große Erfolge für das Team zu vollenden. So machte sie zum Beispiel bei den letzten drei Meisterschaften der Tornados jeweils das letzte Aus – zweimal hinter der Platte und einmal an 1B. Und so werden sich auch alle Fans, die sie und die Tornados über die Jahre verfolgt haben, an sie erinnern – mit dem Ball im Handschuh, die Arme nach oben gereckt, jubelnd.

Bundesliga–Statistiken (regular season)
300 G / .435 AVG / 408 H / 342 R / 419 RBI / 71 SB

Karriere-Highlights

      • 9 Deutsche Meisterschaften (’97 – ’00, ’03, ’06, ’07, ’09, ’11)
      • 17 Jahre Nationalmannschaft (Juniorinnen & Damen)
      • Aufstieg mit der Nationalmannschaft in den A-Pool 1999 in Antwerpen
      • Sieg über Italien und 5. Platz EM 2009
      • A-Europapokal ’07, ’08, ’10, ’11, ’12
      • Gewinn B-Europapokal der Pokalsieger ’03, ’06

Chrissi Bruckner war für lange Zeit und bestimmt in den Jahren, als ich dabei war, die „Bundescatcherin“, so nannte ich sie mit vollem Ernst. Sie zeigte immer großen Einsatz und Disziplin und stand einfach auf meiner Wellenlänge im Softballspiel, was sich ein Coach nur wünschen kann. Sie war nicht nur eine intelligente und feinfühlende Catcherin, die spüren konnte, wie das Spiel sich entwickeln würde; sie war auch eine ganz gute Schlagfrau, auf die man sich als Coach verlassen konnte, wenn kombinierte Spielzüge angesagt wurden. Noch einmal war ihr Spielverständnis ein wesentlicher Bestandteil ihrer Größe als Spielerin. Chrissi war immer eine gute Mitspielerin für alle, großzügig und hilfsbereit. Ihr Geist war einfach unentbehrlich im Team, ihre Präsenz zu vermissen, sollte sie nicht dabei gewesen sein. Mit ihr im Feld zu sein war für mich immer eine Freude und dabei liegen einige meiner besten Erinnerungen meiner Coach-Karriere in Deutschland.

– Liliana Rossetti (Coach Deutsche Nationalmannschaft 2001 – 2003)

In Ihrer aktiven Zeit als Spielerin, war Sie wohl einer der effektivsten Schlagfrauen mit Runners auf Bases, gegen die ich als Trainer spielen musste. Man konnte seine Defensive stellen wie man wollte, sie fand in den für Mannheim entscheidenden Momenten immer die Lücke. Und dann gab es ja auch noch den perfekten Squeeze Bunt in ihrem Repertoire, den sie selbst in größten Druckmomenten fast wie im Schlaf hinlegen konnte. Wie soll man da als gegnerischer Coach nicht verzweifeln? Und dass sie zurecht mehr als 15 Jahre lang die Nummer 1 als Catcher bei der Damen-Nationalmannschaft war, zeigt, wie wertvoll sie nicht nur als Schlagfrau war. Ihre Fähigkeit, Pitcher perfekt zu führen und ihnen auch mal in wichtigen Momenten das Passende zu sagen, war sowohl für Mannheim als auch für die Deutsche Nationalmannschaft ein sehr hohes Gut. Ihre Fähigkeit, ihre Mitspielerinnen durch den einen oder anderen Spaß von der Wichtigkeit so mancher Spielsituationen abzulenken, ist für mich einzigartig. Von daher kann ich mich nur glücklich schätzen, dass ich sie 2011 davon überzeugen konnte, bei der U19 Nationalmannschaft als Assistant Coach einzusteigen. Durch Ihre Erfahrung im Bereich Catching und Hitting, konnte Sie den jungen Spielerinnen viele wichtige Tipps mitgeben und so dem Team dabei helfen, den Erfolg von 2010 mit den Gewinn der zweiten Vize-Europameisterschaft 2012 zu wiederholen.

– Udo Dehmel (Head Coach Deutsche Damen & Juniorinnen-Nationalmannschaft)

Alle Angaben ohne Gewähr